Über diese Seite

Digitale Souveränität ist ein aktuelles Schlagwort, das in den Nachrichten meist nur auf öffentliche Einrichtungen oder Betriebe angewandt wird. Aber immer öfters höre ich auch in meinem privaten Umfeld, wie steht es um meine digitale Souveränität als Privatperson? Ist ein Leben am PC und im Internet ohne die alles dominierenden Tech-Giganten aus den USA überhaupt möglich?

Diese Frage hat mich umgetrieben, und ich habe mich auf die Suche gemacht, und mehr gefunden, als ich für möglich gehalten habe.

Die Zahl der europäischen Anbieter steigt. Aber auch die Zahl von Anbietern aus anderen stabilen Demokratien außerhalb der EU, wie zum Beispiel der Schweiz. Ein Blick lohnt sich.

Und neben kommerziellen Anbietern gibt es auch die Welt der freien Software, oft ohne kommerzielle Interessen. Open Source – quelloffene Software – ist hier ein großes Stichwort. Diese Welt ist nicht nur Kennern und Fortgeschrittenen vorbehalten. Auch hier findet man leicht zu bedienende Programme, die aber leider nicht beworben werden, weil sie eben keine kommerziellen Interessen verfolgen. Ich möchte auf dieser Seite genau diese vorstellen.

Und wem es vor allem um ein Gefühl von Privatheit im digitalen Raum geht, es gibt auch jede Menge Anbieter die eine Privatheit im Netz schaffen, zum Beispiel über Verschlüsselung. Liegen die Daten end-zu-end-verschlüsselt auf den Servern, ist es fast egal, wo diese stehen. Selbst die Betreiber der Server können den Inhalt nicht lesen.

Diese Seite richtet sich vor allem an Privatpersonen ohne große technische Vorkenntnisse. Und dem entsprechend richte ich auch den Fokus auf leicht zu bedienende Angebote. Viele Menschen haben nicht die Zeit und nicht das Interesse sich etwas tiefgehender mit dieser Technik zu befassen, obwohl jeder im Alltag damit umgehen muss und wenige auf den Komfort digitaler Medien verzichten möchten. Wer sich aber mit Computern nur das notwendige Wissen zur alltäglichen Bedienung anschafft, weiß in Punkto digitaler Souveränität und auch Sicherheit meist nicht genug und schätzt Gefahren und Situationen falsch ein. Zwar findet man im Internet genug Seiten, die sich mit diesen Themen befassen, aber meist richten diese sich an technisch Versierte. Dementsprechend sind sie für den Laien nicht selten schwer zu verstehen oder schlicht uninteressant.

Nach meiner Beobachtung klafft hier eine Lücke, die ich mit dieser Seite schließen möchte. Deswegen sind die Texte hier so einfach wie möglich verfasst. Ich versuche all zu viele technische Fachbegriffe zu vermeiden und greife deswegen nicht selten zu Metaphern in meinen Erklärungen, um die abstrakten, technischen Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Die Seite ist auch mit einer Wiki versehen, in der wichtige Begriffe kurz und knapp und so einfach wie möglich erklärt werden.

Machen wir uns nichts vor, hundertprozentig scheint es zur Zeit fast unmöglich auf die großen amerikanischen Dienste zu verzichten. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie weit er dabei gehen kann und will. Aber ich hoffe zeigen zu können, dass die Möglichkeiten größer und zum Teil auch fundamentaler sind als gedacht. Man muss sie nur nutzen, auch wenn das ein oder andere Angebot vielleicht noch nicht ganz so ausgereift ist, wie die amerikanische Konkurrenz, die ja über eine viel längere Erfahrung und größere finanzielle Ausstattung verfügt. Ein Markt alternativer, europäischer Anbieter kann aber nur wachsen, wenn er auch nachgefragt wird. Und da kann man im Kleinen mit der einen App oder dem anderen Online Dienst beginnen.

Egal wie lang der Weg zur digitalen Souveränität auch erscheinen mag, er beginnt, wie alle Wege, immer mit dem selben Schritt: dem Ersten.

Reinhard Sender